Themengalerie: "1995 - erst gestern und schon historisch"

In dieser Galerie möchte ich euch einige meiner Anfangswerke aus dem Jahr 1995 zeigen, eigentlich noch gar nicht so lange her, aber wenn man sich die Bilder ansieht, wird man schnell feststellen, wie schnell sich die Bahn verändert hat und wie schnell die 10 Jahre von 1995 bis 2005 verflogen sind.

Beginnen wir unsere Reise durch das Jahr in der schwäbischen Alb, genauer gesagt im Bahnhof Geislingen. 1995 gehörten dort 150er zum alltäglichen Bild, auch grüne 150er waren dort noch des Öfteren anzutreffen. Und eine Begegnung zweier 6achser, wie etwa einer 103 und einer 150 war das alltäglichste. Heute muss man schon viel Glück haben, eine 151 und eine 103 dort zusammen auf ein Bild zu bekommen.
103 165 zieht ihren IC an der abgestellten Schiebelok 150 160 vorbei und wird in wenigen Augeblicken den Bahnhof Geislingen passieren. (18.8.1995)

Wagen wir nun einen Sprung nach Nordrhein-Westfahlen, genauer gesagt nach Duisburg. Die Anzahl der blauen Einheitsloks war von Anfang an viel geringer, als die der grünen, denn nur Loks der Baureihe 110 wurden in blau abgeliefert (Ausnahme war die Baureihe 141, die aber recht bald in grün umlackiert wurde). 1995 gehörte schon eine große Portion Glück dazu, eine Blaue 110 mit Einfachfahrlampen und in gutem Lackzustand vor die Linse zu bekommen.
Eine der letzten blauen Kasten 110ern, 110 147, hat am regnerischen 17.4.1995 in Duisburg Hbf. einen aus 3 grün-weißen n-Wagen bestehenden Nahverkehrszug am Haken.
Das Gebiet der ehemaligen DDR hatte viele Besonderheiten zu bieten, Fahrzeuge, die wir heute als selbstverständlich ansehen. 143 oder 155 in altem Lack, haufenweise 232er und viele vollkommen komische Wagen, zumindest aus der Sicht eines noch recht kleinen Jungen, der solche Fahrzeuge vorher nur vereinzelt gesehen hatte. Das Dresdner Dampflokfest war damals natürlich ein Magnet für Eisenbahnfreunde, egal ob groß oder klein. So war ich 1995 für 3 Tage in Dresden und habe auch das Alltagsgeschehen aufgenommen.
143 007 steht am 8.7.95 abfahrbereit mit einer S-Bahn im Dresden Neustädter Bahnhof.

Durch die geringe Entfernung meines Wohnortes zu Nürnberg sind die meisten meiner Aufnahmen auch im Umkreis von Nürnberg entstanden.

Der Nürnberger Hbf. war dadurch immer ein wichtiger Umsteigebahnhof und in Wartezeiten ist das ein oder andere Bild entstanden.
Am nebeligen 24.November 1995 fährt 110 180 mit ihrem Eilzug (RE) von Augsburg in den Nürnberg Hbf. ein. Im Gleisvorfeld stehen 2 103er sowie eine 141 (rechts).

Die Vorserien-120er waren damals auch noch im Plandienst anzutreffen. Die bevorzugte Einsatzstrecke war seit Jahren schon die Strecke Pressig-Rotenkirchen - Bamberg - Nürnberg (- München).
Der IC 801 wird am 29.4.1995 von 120 005 über die Siebenbogenbrücke in Fürth gezogen, um in wenigen Minuten in Nürnberg Hbf. zu halten.

110 201 frisch in orientrot zieht am 29.4.1995 ihren IC über die Fürther Siebenbogenbrücke nach Nürnberg.
Bei der Zuggattung InterCity hat sich im Lauf der letzten 10 Jahre auch einiges verändert. So haben sich außer Farbe und Loks auch die Laufwege und Wageneinsätze stark gewandelt. Eine 110 vor einem reinen 2.Klasse-IC, der nicht die Neubaustrecke bei Würzburg befahren hat, gab es so was? Ja!
103 172 zieht ihren IC von Nürnberg kommend über die bekannte Talbrücke in Emskirchen, die inzwischen durch einen Neubau ersetzt werden sollte. (08.10.1995)
Auf der Strecke von Nürnberg nach Würzburg gibt es nicht viele Kunstbauten. Eine der Wenigen imposanten Bauten ist die Talbrücke bei Emskirchen, die inzwischen baufällig ist und durch einen Neubau ersetzt werden soll.

Wenden wir nun unser Augenmerk auf die Einzuglinie München - Regensburg - Nürnberg - Bamberg. Seitdem die Strecke durchgehend elektrifiziert war und genügend Loks zur Verfügung standen, wurden die Einzüge aus hochwertigen Wagenmaterial in Form von modernen 26,40Meter-Wagen und E10/110 gebildet. Auch im Jahre 1995 lies sich das Bild von hochwertigen Zügen noch nach außen hin zeigen.
110 445 rauscht am 1.8.1995 mit ihrem RE von München nach Nürnberg durch den Bahnhof von Postbauer-Heng Richtung Nürnberg.

Auch die Loks waren 1995 noch sehr gut gepflegt, diese 110 trägt eine Aufschrift, die besagt, dass sie im Monat 8.82 in Opladen das letzte mal lackiert wurde. Auch hier ist wieder ein RE von München nach Bamberg zu sehen, diesmal aus 8 Wagen gebildet. Ab 1997 wurden diese Garnituren durch moderne 140 km/h schnelle Doppelstockwagen aus Görlitz ersetzt.
110 479 wartet am 6.8.1995 in Fürth auf den Abfahrauftrag, um weiter Richtung Bamberg fahren zu dürfen.

Wären auf diesem Bild nicht der neue DB-Keks und die grün-weißen wagen, so hätte das Bild auch fast schon 10 bis 15 Jahre früher aufgenommen worden sein. Leider zeigt sich heute der schon seit Mitte der 80er Jahre aufgelassene Haltepunkt Großgründlach zwischen Fürth und Erlangen in einem trostlosen Zustand. Die Formsignale sind verschwunden, das Bahnwärterhaus abgerissen und die Bahnsteige verwahrlost und überwuchert.
111 019 passiert das Bahnwärterhaus des aufgelassenen Haltepunktes Großgründlachs im warmen Abendlicht des 3.5.1995.

Nürnberg hat natürlich auch Nahverkehr zu bieten. Dieser wurde 1995 noch ganz klassisch von den "Knallfröschen" der Baureihe 141 gefahren. Einmal die Stunde fuhr der N bzw. später die RegionalBahn von Nürnberg nach Erlangen und zurück.
 

141 030 zieht 3 n-Wagen aus Fürth heraus in Richtung Erlangen. (29.4.1995)

141 073 mit dunklen Augen schiebt einen Nahverkehrszug aus Erlangen in den Fürther Hbf. (8.10.1995)

140er vor Personenzügen? Und das auch noch planmäßig? Ja, so etwas war 1995 gar nicht so selten. Oft haben Loks der Baureihe 140 als Füllleistung Personenzüge übernommen, genauso, wie auch 151 Schnellzüge befördert haben. Seit der Aufteilung der Bahn in Geschäftsbereich ist das allerdings Geschichte (zumindest im Nürnberg Raum).
140 085 hat mit ihren 3 Wagen am 8.10.1995 bei der Ausfahrt aus dem Fürther Hbf. kein große Mühe auf Touren zu kommen.

Und dann hatte Nürnberg natürlich auch eine einzigartige S-Bahn. Was war da so einzigartig? Genau, die Lok waren 141er, die extra für den Dienst auf der Nürnberger S-Bahn hergerichtet. Seit Ende 1993 haben die noch fast neuen Loks der Baureihe 143 der Deutschen Reichsbahn die 141 recht schnell verdrängt. So wurden die 141 als Reserveloks vorgehalten und auch in normalen 141er-Plänen eingesetzt

141 437 zieht am 1.8.1995 eine RegionalBahn von Neumarkt (Oberpfalz) durch den Einschnitt zwischen Pölling und Postbauer-Heng, und ist somit in den Plänen von ganz normalen Nürnberger 141ern unterwegs.

141 442 hatte am 4.5.1995 die Aufgabe, für eine 143 einzuspringen und S-Bahnen auf der S1 zwischen Lauf links Pegnitz und Nürnberg Hbf. zu bespannen. Hier beschleunigt sie klackend aus Lauf-West heraus in den Nürnberger Nachmittag.

Auf der rechten Pegnitzstrecke waren 1995 noch reichlich Güterzüge zu finden, zum Teil auch noch mit 218ern bespannt. Nach und nach haben Loks der Baureihe 232 diese Dienste übernommen und seit dem Ausbau der A9 Nürnberg - Dresden auf 6 Fahrstreifen sind viele Gütertransporte von der Schiene auf die Straße abgewandert. Auch die Maxhütte bei Sulzbach-Rosenberg hat ihren Betrieb eingestellt. Doch 1995 fuhren noch etliche Emil-Züge von und zur Hütte, um sie mit genügend Brennstoff zu versorgen.
218 416 zieht am 1.März 1995 einen leeren Emilzug von der Maxhütte kommend durch Lauf rechts Pegnitz (Ortsteil Heuchling).

Diese Galerie wird fortgesetzt

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